Vor anderthalb Jahren haben mein Mann und ich das Ruder herumgerissen. Nach 20 Jahren gemeinsamen Lebens wurden wir plötzlich... Kollegen. Wir begannen das Abenteuer namens Touch-Me. Ein Schritt, der nicht nur unser Leben als Paar veränderte, sondern auch die Dynamik zwischen uns völlig auf den Kopf stellte.
Ich nannte mich selbst „Sophie“, und er wurde schnell zu „Hans von den Finanzen“ getauft, denn ehrlich gesagt? Am Anfang war er so still und konzentriert, dass ich ihn als Kollegen eigentlich ziemlich langweilig fand!
„Nettes Kind, aber erzähl mir KEINE Details“
Als die Pläne konkreter wurden, war es Zeit, es unserem Umfeld zu erzählen. Und das führte sofort zu schönen Reaktionen.
Mein Vater war unglaublich lieb und wünschte mir alles Glück der Welt. Er fand es toll, dass ich etwas tun würde, was mich wirklich glücklich machte... bis er hörte, was genau in unserem Online-Shop angeboten werden sollte. Er freut sich immer noch sehr für mich, hat aber subtil angedeutet, dass er die spezifischen Details lieber überspringen möchte!
Meine Schwiegermutter hingegen? Die war so begeistert, dass sie am liebsten sofort das gesamte Sortiment mit ihren Freundinnen vom Hundeverein und vom Englischkurs besprechen wollte. Ob das so eine gute Idee war, weiß ich nicht, aber ihre Begeisterung war unbezahlbar. Und unsere Freunde? Die zögerten keine Sekunde: „Wenn ihr es nach 20 Jahren zusammen nicht schafft, wer dann?“
Ein Wochenende durcharbeiten und der magische Donnerstag
Trotzdem hatten wir an unserem allerersten „Arbeitstag“ wirklich keine Ahnung, wo wir anfangen sollten. Wir brachten unser Kind zur Oma zum Übernachten und arbeiteten ein ganzes Wochenende am Stück durch. Spoiler: Nach diesem Wochenende war es noch lange nicht fertig.
Aber der spannendste Moment stand noch bevor.
An einem Donnerstagmorgen um 9:00 Uhr drückten wir den Knopf. Wir waren live.
Die Spannung, die man dann fühlt, ist unbeschreiblich. Man starrt auf den Bildschirm, man fragt sich, ob das einsame Gefühl von „Worauf habe ich mich da nur eingelassen?“ die Oberhand gewinnen wird... und dann passiert es. Um 14:00 Uhr desselben Nachmittags: unsere allererste Bestellung.
Was anderthalb Jahre uns gelehrt haben
Inzwischen sind anderthalb Jahre vergangen. Es war harte Arbeit, und Unternehmertum kann sich manchmal überraschend einsam anfühlen, besonders weil die Außenwelt die eigene Arbeit oder die spezifischen Witze nicht immer versteht.
Aber zum Glück hatte ich „Hans von den Finanzen“ an meiner Seite. Gemeinsam bauen, fallen, feiern und lachen über Dinge, die nur wir verstehen. Nach 20 Jahren dachte ich, ich kenne ihn durch und durch, aber diese Reise hat uns eine ganz neue Seite voneinander gezeigt. Und ich hätte es mit niemandem sonst machen wollen.


